Pressemitteilung :: 18.02.2010
Ministerin Lieske muss Planungsunterlagen zur A 10 zurückziehen
Anlässlich des heutigen Endes der Einwendungsfrist für das Planfeststel-lungsverfahren für den Ausbau der Bundesautobahn A10 zwischen Autobahndreieck Nuthetal und Autobahndreieck Potsdam sowie anlässlich der Diskussion im Ausschuss für Infrastruktur und Landwirtschaft erklärt die Grüne Europaabgeordnete Elisabeth Schroedter:
„Das Ministerium für
Infrastruktur und Landwirtschaft hat in diesem Verfahren eine Planung erstellen
lassen, die Europäisches Umweltrecht mit Füßen tritt. Wichtige EU-Gesetze zum
Schutz von Menschen vor Lärm, zu gesundheitsschädlichen Luftschadstoffen und
zum Schutz des wertvollen Naturerbes Europas werden mit Füßen getreten. Beispielsweise
wurde der Untersuchungsraum dafür – wo Siedlungen betroffen sind – viel zu
klein gewählt, obwohl die bereist vom Landesumweltamt entwickelten
Strategischen Lärmkarten nach der Europäischen Umweltlärmrichtlinie eine viel
größere und massivere Verlärmung der Gemeinden Michendorf und Schwielowsee nachweisen.
Die Verbreitung der hoch gefährlichen und gesundheitsschädlichen kleinsten Feinstaubpartikel
(PM 2,5) wurde gar nicht erst untersucht, obwohl dies die geltende Luftreinhalterichtlinie
vorschreibt. Auch die Störung und teilweise Vernichtung der Lebensräume von sieben
Arten, die nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und der Vogelschutzrichtlinie
höchsten europäischen Schutzstatus haben, soll billigend in Kauf genommen
werden. Für die Umweltverträglichkeitsprüfung nach der Europäischen
Umweltverträglichkeitsrichtlinie fehlen viele unerlässliche Untersuchungen. Den
aktiven Bürgern und Bürgerinnen der Bürgerinitiative „Lärmschutz-Jetzt“ in
Michendorf ist es zu verdanken, dass die Menschen in den betroffenen Gemeinden in
über 600 Einwendungen die massiven Planungsmängel dem Ministerium aufgezeigt
haben. Ich fordere Frau Ministerin Lieske auf, daraus die Konsequenzen zu
ziehen, die Planungsunterlagen zurückziehen und sie entsprechend den geltenden
Europäischen Umweltnormen neu zu bearbeiten.“
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